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AQUARIEN- & TERRARIENVEREIN AMAZONAS e.V. SAARBRÜCKEN |
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Themen | Kugelfische im Aquarium Das Grüne
Kuckucksei
"Tetraodon biocellatus" oder "Grüner-Zwergkugelfisch" - unter genau dem (falschen) Namen haben wir unseren ersten Kugelfisch erworben - ein kleiner grüner Kerl, der durch seine drollige Art zu schwimmen - fast wie ein Hubschrauber (einzigartig in der Tierwelt, Kugelfische können sogar rückwärts schwimmen) - sofort unser Herz eroberte. Laut Händler hatten wir alles was er brauchte: Süßwasser, rote Mückenlarven und Schnecken. Zu Hause bekam er noch im Quarantäne-Becken Ichthyophthiriose - besser bekannt unter dem Namen Weisspünktchen-Krankheit. Erfolgreich behandelt durfte er nach kurzer Zeit in sein eigenes Becken einziehen - er schien von Anfang an nicht sehr glücklich zu sein und nach wenigen Wochen kränkelte er zunehmend. Zugeben zu spät - informierten wir uns genauer im Internet und stellten unseren Schützling per Foto in einem Fach-Forum vor. Fazit: Unser Tetraodon biocellatus stellte sich heraus als Tetraodon nigroviridis = grüner Kugelfisch (ohne Zwerg), der bis zu 17 cm gross wird und sofort ins Brackwasser überführt werden muss, ansonsten würde er bald sterben. Das haben wir gemacht - und bereits nach kurzer Zeit hatten wir einen sehr zufriedenen grünen Kugelfisch. Zum Wohl der Tiere hier einige Informationen: Den grünen Zwergkugelfisch gibt es nicht. Der Zwergkugelfisch Carinotetraodon travancoricus (Abb. 1) aus Indien lebt im Süßwasser. Der Palembang-Kugelfisch Tetraodon biocellatus aus Malyasia und Indionesien ist zwar ein Süßwasser-Kugelfisch, wird aber immerhin 8 cm groß und hat mit dem Süßwasser-Kugelfisch T. palembangensis aus Laos, Thailand und Malaysia nichts zu tun. T. palembangensis wird sogar bis zu ca. 19 cm groß - und hat somit im "normalen" Aquarium ohnehin nichts zu suchen. Unser "Grüner Kugelfisch" (Abb. 2) aus Indochina ist im Gegensatz zu diesen beiden Arten ein ausgesprochener Brackwasserfisch. Nur die Jungtiere lassen sich bis ins Alter von 6 Monaten im Süßwasser halten. Insgesamt ist der Grüne Kugelfisch im Süßwasser bedeutend anfälliger für die Weißpünktchen-Krankheit. Der Salzgehalt des Wasser sollte immer schwanken - wir nehmen 15-50 g Meersalz pro 10 Liter (damit wenigstens ein paar Pflanzen Raum zum Überleben haben). Temperatur: 24-28°C. Futter: Schnecken, Kleinkrebse, Mückenlarven, Fischflossen!! - Schnecken sind für ihn lebensnotwendig, durch das Knacken der Gehäuse wetzen sich seine Zähne ab, werden sie zu lang kann er nicht mehr fressen und verhungert - dies ist eine häufige Todesursache von Kugelfischen in der Aquaristik - wer sich Kugelfische anschafft, sollte vorher eine Schneckenzucht aufbauen. Auch Zwergkugelfische benötigen regelmäßig Schnecken. Kugelfische bauen schnell ein Verhältnis zu ihren Pflegern auf und werden sehr zutraulich - manche Tiere fressen sogar aus der Hand. Der grüne Kugelfisch und einige andere Arten reagieren auf Veränderungen im Umfeld mit Rückzug und schreckhaftem Verhalten. Wichtig: Keine weißen Mückenlarven füttern - kann zum Erstickungstod führen! Vergesellschaftung: Nicht für das Gesellschaftsaquarium geeignet. Die Haltung von mehreren Kugelfischen ist nur möglich, wenn ausreichend Raum und Reviergrenzen (Steinaufbauten, Pflanzen - im Brackwasser nur bedingt möglich - Wurzeln o.ä.) vorhanden sind. Werden mehrere Artgenossen zusammengehalten, müssen diese auf jeden Fall gleichaltrig, bzw. gleichgroß sein - im Alter werden diese Tiere oft aggressiv gegenüber Artgenossen, wobei jeder Kugelfisch seine eigene Persönlichkeit hat. Unser Kugelfisch ist mit Black Mollies vergesellschaftet und verhält sich - bis jetzt - sehr "kollegial". Eine Bepflanzung ist nur bedingt möglich, bei uns überleben Javafarn, Vallisnerien und selbstverständlich Algen, die durch die Black Mollies auf erträglichem Niveau gehalten werden. Mangroven wachsen ebenfalls im Brackwasser. Wer andere Haustiere wie z.B. Katzen oder Hunde hält, kann das dafür nötige offene Aquarium aber i.d.R. nicht bereitstellen, außerdem kann der Grüne Kugelfisch sehr hoch springen! Der Tetraodon nigroviridis ist einer der zwei giftigsten Kugelfische überhaupt. Das Kugelfischgift besteht hauptsächlich aus TTX (Tetrodotoxin) - ein Nervengift. Es sitzt z.B. in Haut und Leber des Fischs, wenn man einen solchen Kerl im Aquarium hat und er stirbt, muss man ihn sofort aus dem Wasser entfernen, ansonsten vergiftet er die anderen. Die tödliche Dosis beim Menschen liegt in etwa bei 10 Mikrogramm pro kg Körpergewicht. Wir wissen allerdings nicht, wieviele Mikrogramm Gift in einem Kugelfisch stecken, und wir kennen die letale Dosis für Haustiere wie Hunde oder Katzen nicht. Das Gift äußert sich in Lähmungserscheinungen, die man wohl sehr bewusst erlebt, weil sich das Gift auf das Gehirn nicht auswirkt. Der Tod erfolgt dann durch Atem-/Herzstillstand. Verwechslung: gerne mit: "Tetraodon sebahensis" (ca. 11 cm, Süßwasser) und "Tetraodon kretamensis" (ca. 4,5 cm, Süßwasser) Annika Elsner Weiterführende links: Kugelfischforum | Wikipedia |
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